09. Dezember 2025
Eine Delegation der Lebenshilfe Soltau e.V. besuchte die niederländische Einrichtung Amsta in Amsterdam, um sich über innovative Ansätze in der Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung zu informieren.
Mark Hiddema, Direktor Wohnen und Pflege, empfing uns am zentral gelegenen Standort Overtoom. Gemeinsam mit Fatina Moukaddim und Lisa Ypinga präsentierte er die vielfältige Arbeit von Amsta, die sich vorzugsweise an erwachsene Menschen mit geistiger Beeinträchtigung und/oder psychischer Störung richtet.
Neben der Klientenversorgung widmet sich Amsta aktiv wichtigen Themen:
• Diversität: Fatina Moukaddim Diversitätsbeauftragte der Einrichtung, bietet Workshops für Mitarbeitende an, insbesondere für Teams mit internationalem Hintergrund. Ziel ist die Reflexion der eigenen Haltung und die kritische Auseinandersetzung mit Vorurteilen, um ein offenes und inklusives Arbeitsumfeld zu fördern.
• Sexualität: Lisa Ypinga, Persönliche Betreuerin, veranschaulicht sowohl Mitarbeitenden als auch Klienten, welche Formen von Sexualität im täglichen Leben ihren Platz haben. Durch gezielte Schulungen und die Einbeziehung von Sexarbeiter*innen wird dieses in Deutschland oft noch tabuisierte Thema in das Spektrum der unterstützenden Maßnahmen integriert.
• Buurtjutten: Dieser Begriff wird „Bürdjütten“ ausgesprochen und bedeutet übersetzt „Strandgut sammeln in der Nachbarschaft". Gemeint ist damit das gezielte Finden von Kooperationspartnern wie Cafés, Sportvereinen und Supermärkten in der Nachbarschaft. Klienten sollen so aktiv in die Gemeinschaft eingebunden werden und Teil dieser werden. Mark Hiddema beleuchtete anschaulich die Bemühungen, Klienten so lange wie möglich ein selbstständiges Leben zu Hause zu ermöglichen. Dabei spielt die Einbeziehung des sozialen Umfelds eine zentrale Rolle.
Der Besuch bei Amsta war für die Lebenshilfe Soltau e.V. sehr inspirierend. Die Erfahrungen bestärken die Organisation in ihrem Streben, sich vom Fürsorgeparadigma zu lösen und Menschen mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Die Gelassenheit, die den Menschen in Amsterdam schon im hektischen Verkehr begegnet, spiegelt sich in der Offenheit für die Unterschiede zwischen den Menschen innerhalb der Arbeit von Amsta wider.
Die Lebenshilfe Soltau e.V. bedankt sich herzlich bei Mark Hiddema, Fatina Moukaddim und Lisa Ypinga für den netten Empfang und die aufschlussreichen Einblicke.